Informationen über das Projekt

In meiner Rolle im ReValue-Projekt der NIDISI gGmbH habe ich mehrere Aufgaben übernommen und war insbesondere im Bereich Forschung und Prozessanalyse für das Projekt tätig. NIDISI ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die sich auf die Entwicklung von Sozialunternehmen in Ländern des globalen Südens konzentriert, insbesondere Nepal. Das ReValue-Projekt wandelt nicht recycelbaren Plastikmüll in Straßenbaumaterial um und setzt dabei finanzielle Kunststoffkompensationsmechanismen ein.  

Meine Aufgaben und Arbeitsergebnisse

Meine Einsatzbereiche und Arbeitsergebnises waren vielfältig und umfassten: 

In Deutschland:

  • Recherche zum nepalesischen Abfall- und Recyclingmarkt sowie zu Mechanismen, Programme und Organisationen im Bereich „Plastic Accounting & Crediting“ 
  • Verfassen und Korrektur von Forschungsdokumenten und Gutachten der NIDISI, vor allem bezogen auf Kunststofferfassungs- und -recyclingaktivitäten und die „Plastic Credits“ des ReValue-Projekts 
  • Unterstützung bei der Bewerbung für den “Plastic Waste Reduction Standard” der Zertifizierungsorganisation “Verra” 

In Nepal: 

  • Durchführung von Prozessanalysen an verschiedenen Recycling-Transferstationen in Nepal und deren Dokumentation in Form von Fotos, Visualisierungen und Prozessablaufdiagrammen 
  • Erstellung eines standardisierten Verfahrens für die Durchführung von Standortbesichtigungen und weiteren Prozessanalysen 
  • Durchführung einer umfassenden FMEA-Risikoanalyse für die Recycling-Transferstationen der NIDISI, unter Beteiligung mehrerer Mitarbeiter und Stakeholder sowie die Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Sammel- und Recyclingprozesses. 
Was mir diese Arbeit bedeutet hat und welche Einsichten ich gewonnen habe
  • Während meiner vorigen Beratungstätigkeit hatte ich bereits umfangreiche Einblicke darüber erhalten, wie Entsorgung und Kreislaufwirtschaft in Deutschland und Europa funktionieren. Dieses Projekt hat mir einen Blick über den Tellerrand erlaubt und die Augen geöffnet dahingehend, wie die Entsorgung auch sehr “low-tech” und dennoch effizient geregelt sein kann und welche Expertise in diesen Prozessen steckt. Ein Beispiel: bei der händischen Kunststoffsortierung in Nepal ermitteln die Fachkräfte, durch Sehen, Hören und Fühlen, um welche Kunststoffart es sich handelt. NIR-Scanner sind überhaupt nicht notwendig. 

  • “Plastic Credits” und die Kunststoffkompensation funktionieren ähnlich wie “Carbon Credits”, allerdings kann hierbei weniger das Argument des “Ablasshandels” vorgebracht werden, denn diejenigen Unternehmen, die z. B. in Deutschland in Plastic Credits investieren, um die durch sie in den Umlauf gebrachten Kunststoffverpackungen zu kompensieren, müssen ja bereits im Rahmen der Produktverantwortung eben diese Verpackungen lizenzieren. Damit handelt es sich bei Plastic Credits (zumindest wenn es um Plastikverpackungen geht), um eine zusätzliche freiwillige Abgabe, die explizit die Auswirkungen von Umweltverschmutzung in denjenigen Ländern bekämpft, in denen die negativen Auswirkungen besonders gravierend sind.  

  • Für mich war diese Arbeit sehr bedeutungsvoll, da sie mir eine Möglichkeit gab, mich aktiv daran zu beteiligen, gegen die Herausforderungen der globalen Abfallprolematik vorzugehen, in einem Land das besonders davon betroffen ist.  
Relevanz für die Circular Economy

Die Studierenden werden dazu animiert, die heutigen Geschäftsmodelle ihrer Lieblingsfirmen zu analysieren und in einem strukturierten kreativen Prozess neue, zirkuläre Geschäftspraktiken und Wertschöpfungsmodelle für diese zu entwickeln.  Neben dem Blick in die Zukunft lege ich den Fokus auf das Verständnis der historischen Entwicklung und aktuellen Prozesse der Recyclingwirtschaft: die Entwicklung der Gesetzgebung sowie Entsorgungswege und Recyclingverfahren der Hauptfraktionen.  Somit schaffe ich bei den Studierenden ein Verständnis dafür, woher die aktuelle Situation rührt und wohin die Reise geht. 

“Ich hatte das Vergnügen, mit Laura im ReValue-Projekt zusammenzuarbeiten, und es war beeindruckend zu sehen, wie schnell und zielgerichtet sie die Vorgänge im Projekt und Abläufe vor Ort erfasste. Die Ergebnisse ihrer Analysen und die zugehörigen Empfehlungen halfen uns dabei, den weiteren Verlauf des Projektes zu besser zu strukturieren und die Perspektiven der beteiligten Akteure besser zu verstehen. Ihre positive Ausstrahlung, schnelle Integration ins Team und die Fähigkeit, kulturelle Unterschiede mühelos zu überbrücken und produktive Beziehungen mit lokalen Stakeholdern aufzubauen, war bemerkenswert. Sie war eine große Bereicherung für unser Team und ihr Einsatz hat wirklich einen Unterschied gemacht.”  

– Piet Greim, Projektleiter von NIDISI gGmbH